UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR PSYCHOSOMATISCHE MEDIZIN UND PSYCHOTHERAPIE

Weiterbildungsmöglichkeiten

Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist eine interessante berufliche Perspektive

Der Leiter der Abteilung ist von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt in vollem Umfang ermächtigt zur Weiterbildung für das Facharztgebiet Psychotherapeutische Medizin und für die Bereichsbezeichnungen Psychotherapie und Psychoanalyse, die ergänzend zu einer Facharztqualifikation erworben werden können. Die theoretische und praktische Weiterbildung erfolgt gemeinsam mit dem Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Magdeburg e.V.

Unser Institut ist darüber hinaus als Ausbildungsstätte für Psychologische Psychotherapeuten zugelassen.

Die Weiterbildung

Die Weiterbildung am IPM umfasst die Analyse der eigenen Person (Lehranalyse) bei einem Lehranalytiker des IPM, das theoretische Studium in Form von Vorlesungen, Seminaren und Arbeitsgruppen sowie die praktische Ausbildung, bestehend aus Anamneseerhebungen und psychoanalytischen Behandlungen unter Kontrolle von Lehranalytikern des IPM.

Voraussetzung für die Zulassung

Als wissenschaftliche Vorbildung muss ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Medizin (einschließlich ärztlicher Approbation) oder der Psychologie (Psychologie-Diplom) nachgewiesen werden. Der Bewerber soll nach Abschluss seines Hochschulstudiums und vor Beginn der Weiterbildung mindestens ein Jahr in seinem Beruf klinisch bzw. therapeutisch oder beratend tätig gewesen sein. Die Weiterbildung sollte berufsbegleitend sein, d.h. es wird vorausgesetzt, dass der Weiterbildungsteilnehmer während der Weiterbildung in seinem Beruf tätig ist. Die Zulassung setzt die persönliche Eignung des Bewerbers voraus. Über die persönliche Eignung befindet der Weiterbildungsausschuss des IPM.

Bewerbung und Zulassung

Bewerbungen um die Zulassung zur Weiterbildung sind an den Vorsitzenden des IPM zu richten. Nach der Zulassung soll mit der Lehranalyse begonnen werden. Die theoretischen Veranstaltungen finden semesterweise statt. Weitere Informationen können beim Vorsitzenden angefordert werden.

Die Notwendigkeit einer ärztlich umfassenden Sichtweise menschlichen Leidens, die auf dem Verständnis psychosomatischer Zusammenhänge und Wechselwirkungen basiert, kann von der ärztlichen Heilkunde nicht mehr geleugnet werden. Der rasante medizinisch-technische Fortschritt verbessert die Qualität von Diagnostik- und Therapieverfahren immer weiter und fördert hohe Sachkompetenz und Spezialwissen auf hohem Niveau.

Insgesamt müssen daher für die Behandlung des individuellen Leidens Antworten gefunden werden. Erforderlich ist daher eine ganzheitliche ärztlich-psychotherapeutische Betrachtungsweise, die Soma und Psyche integrativ verbindet. Diese Kompetenz entspricht dem grundlegenden Selbstverständnis der Psychosomatischen Medizin und ist Inhalt der Weiterbildung und der ärztlichen Tätigkeit im Fachgebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Die Fachärztin / Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

 

... befasst sich mit:

  • der Bedeutung körperlicher und seelischer Gesundheit und Krankheit
  • seelisch-körperlichen Wechselwirkungen
  • der organischen Manifestation seelischer Erkrankungen
  • den seelischen Folgeerkrankungen primär körperlicher Erkrankungen
  • der Prävention seelischer Erkrankungen
  • den Zusammenhängen von seelischer Verfassung, sozialem Umfeld, Biografie und körperlichen Symptomen
  • dem Verständnis und der Verarbeitung von Krankheit im Kontext individueller Lebensläufe

... erwirbt Kompetenzen in

  • der Kombination medizinisch-technischer, medikamentöser und seelischer Diagnose- und Therapieverfahren
  • der differentialdiagnostischen Abklärung organischer und seelischer Aspekte im Krankheitsgeschehen
  • der Einbeziehung biologischer, sozialer und psychischer Aspekte in das Krankheitsgeschehen
  • dem psychodynamischen Verständnis von Krankheiten und Symptomen

... setzt sich ein für

  • eine breit gefächerte Versorgungsmedizin
  • ein psychosomatisches Versorgungskonzept bestehend aus Prävention, Aufklärung, Erkennung und Rehabilitation von Leidenszuständen, psychotherapeutischer Behandlung und Pharmakotherapie
  • Methodenvielfalt

... behandelt Erkrankungen wie

  • Psychosomatische Erkrankungen
  • Somatoforme / funktionelle Störungen
  • Schmerzstörungen
  • Somatopsychische Erkrankungen
  • Essstörungen
  • Neurosen wie Depressionen, Angsterkrankungen, Zwangsstörungen
  • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Phobien
  • Konfliktreaktionen
  • Komorbiden Störungen (z.B. Depressionen) bei schweren organmedizinischen Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Tumorerkrankungen, Diabetes)

... ist ausgebildet in

  • Innerer Medizin (1 Jahr Weiterbildungszeit)
  • Psychiatrie (1 Jahr Weiterbildungszeit)
  • Psychosomatischer Medizin und Psychotherapie (3 Jahre Weiterbildungszeit)
  • (mit den Schwerpunkten tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Verhaltenstherapie, Gruppen-, Paar- und Familientherapie)

Die Weiterbildung wird begleitet von einer eingehenden Selbsterfahrung. Die Weiterbildung kann in Kliniken oder in Praxen erfolgen.

... zeichnet sich persönlich aus durch

  • eine ärztliche Identität, die psychosomatisches Denken integriert
  • empathisches Verständnis
  • Selbstreflektion/-erkenntnis

... fördert bei den Patienten

  • Reflektions- und Introspektionsfähigkeit
  • Beziehungs-, Liebes- und Arbeitsfähigkeit
  • Autonomie und Reifung
  • die Fähigkeit zur Konfliktbewältigung
  • das Erkennen von körperlichen und seelischen Zusammenhängen

... wird geschätzt als

  • Vertrauensperson
  • verstehender Zuhörer
  • Spiegel unbewusst verzerrten Verhaltens und Erlebens
  • Hilfe zur Bewusstwerdung und Bewältigung von Konflikten
  • korrigierende Kontakterfahrung

Herausgegeben vom
Berufsverband der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Deutschlands (BPM) e.V. Dr. med. Herbert Menzel, Landauer Str. 7, 14197 Berlin, Tel.: 030/822 91 33
Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) e.V.

Weitere Informationen:

Landesärztekammer

Letzte Änderung: 17.12.2019 - Ansprechpartner:

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